Gefälschte Rechnungen: Die Föderale Kriminalpolizei von Antwerpen schlägt Alarm
Der Leiter der Regional Cyber Crime Unit (RCCU) der Föderalen Kriminalpolizei von Antwerpen möchte Sie auf besorgniserregende Fälle gefälschter Rechnungen aufmerksam machen, die per E-Mail versandt werden. Dieses Phänomen wird zunehmend automatisiert und tritt immer häufiger auf.
Rechnungsbetrug nimmt zu und betrifft sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Zwar können Betrüger nach wie vor Rechnungen aus Briefkästen oder aus dem Sortiersystem der BPost entwenden, ihre Aktivitäten verlagern sich jedoch zunehmend auf den E-Mail-Verkehr.
„Im Rahmen einer von unserer Abteilung eingeleiteten Untersuchung und aufgrund einer Meldung aus der Region möchten wir vor der zunehmenden Perfektionierung dieses Betrugssystems warnen. Wir haben festgestellt, dass ein Großteil dieser Betrugsfälle automatisiert abläuft, wodurch sie extrem schnell erfolgen und oft erst zu spät entdeckt werden“, erklärt Kommissar Christophe Van Bortel, Leiter der regionalen Einheit zur Bekämpfung der Computerkriminalität bei der Kriminalpolizei von Antwerpen.
Wie gehen sie dabei vor?
Kriminelle nutzen in der Regel gestohlene Passwörter von großen Internetanbietern - wie Telenet und Proximus -, um sich unbefugten Zugriff auf die E-Mail-Konten ihrer Opfer zu verschaffen. Diese Informationen stammen größtenteils aus früheren Datenlecks und werden über das Dark Web innerhalb krimineller Netzwerke ausgetauscht oder gehandelt.
„Sobald sie Zugriff auf das Postfach erlangen, fangen sie sämtliche eingehenden E-Mails ab und überwachen sie mithilfe eines automatisierten Prozesses.“ Anschließend manipulieren sie die beigefügten Rechnungen, indem sie den Verwendungszweck und die Kontonummer austauschen. Die geänderte Rechnung, die optisch mit dem Original identisch ist, wird anschließend unauffällig wieder in den Posteingang gelegt oder direkt an das Opfer weitergeleitet. Dank künstlicher Intelligenz läuft dieser Prozess rasend schnell ab. Der Einsatz von KI hat die Vorgehensweise beim Rechnungsbetrug grundlegend verändert“, erklärt Christophe Van Bortel. „Kriminelle nutzen insbesondere fortschrittliche Techniken wie die automatische Dokumentenerkennung, die intelligente Datenextraktion und die automatische Verarbeitung natürlicher Sprache.“ Das Ergebnis: ein Betrugsmechanismus, der in großem Umfang, mit minimalem menschlichem Eingriff und hohem Grad an Glaubwürdigkeit ausgeführt werden kann - was es besonders schwierig macht, ihn rechtzeitig zu erkennen.“
Welche Tipps?
Um das Risiko zu verringern, empfiehlt Ihnen die Föderale Kriminalpolizei, auf den Websites haveibeenpwned.com oder breachdirectory.org zu überprüfen, ob Ihre Passwörter gestohlen wurden, und diese zu ändern, falls Sie Opfer eines Datenlecks geworden sind. Aktivieren Sie nach Möglichkeit immer die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA).
Seien Sie besonders wachsam, wenn ein Lieferant Ihnen mitteilt, dass er seine Kontonummer geändert hat, wenn die Rechnung von einer verdächtigen E-Mail-Adresse stammt oder wenn Ihnen ein ungewöhnliches Layout oder ein seltsames Format auffällt (falsche Kundennummer, falsches Logo usw.).
Achten Sie bei Überweisungen auch auf die IBAN-Namensprüfung. Seit Oktober 2025 sind die Banken im Euroraum verpflichtet, mittels einer IBAN-Namensprüfung - einer Überprüfung des Zahlungsempfängers - zu überprüfen, ob der eingegebene Name mit der Kontonummer übereinstimmt. Im Falle einer Abweichung erhalten Sie eine Benachrichtigung. Wenn der Name des Empfängers nicht mit dem auf der Rechnung übereinstimmt, handelt es sich wahrscheinlich um Betrug.
Sollten Sie Opfer dieser Art von Betrug geworden sein, wenden Sie sich unverzüglich an die Abteilung für Betrugsprävention Ihrer Bank, um die Transaktionen sperren zu lassen. Erstatten Sie anschließend Anzeige bei der lokalen Polizei.
Entdecken Sie die Kampagne #SCAM
#SCAM ist eine Aufklärungskampagne zu den Gefahren des Internets, die von der Föderalen Polizei über die sozialen Netzwerke Facebook, Instagram und YouTube, aber auch intern, in den Medien und über unsere Partner durchgeführt wird. Sie startete am 10. Februar 2026 und endet am 30. Juni 2026.
Jeden Dienstag sowie zu bestimmten anderen Anlässen wird auf der Website der Föderalen Polizei ein Artikel zum Thema Prävention veröffentlicht.
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Der FÖD Finanzen bietet zu diesem Thema ebenfalls konkrete Ratschläge an: Sie haben dem Kunden eine Rechnung geschickt, doch die Zahlung lässt auf sich warten | FÖD Wirtschaft