Cybersicherheit: Wie erkennt man heute Fake News?

Fake News und Online-Betrug sind längst keine neuen Phänomene mehr. Dennoch fällt es vielen Menschen nach wie vor schwer, online Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Soziale Medien, Nachrichten-Websites und Messaging-Apps überfluten uns täglich mit Informationen, von denen nicht alle zuverlässig sind. Digitale Wachsamkeit bleibt daher unerlässlich.

Cybersicherheit: Wie erkennt man heute Fake News?

Der kritische Umgang mit Online-Informationen

Ein erster wichtiger Reflex besteht darin, die Quelle der Informationen zu überprüfen. Wer hat den Inhalt erstellt oder geteilt? Handelt es sich um eine anerkannte Nachrichtenorganisation, eine offizielle Organisation oder eine unbekannte Website? Achten Sie auch darauf, ob der Autor erwähnt wird und über relevantes Fachwissen verfügt. Auf Websites kann die Rubrik „Über uns“ zusätzliche Informationen zur Herkunft der Informationen liefern.

Darüber hinaus lohnt es sich, Informationen zu vergleichen. Wird diese Nachricht auch von anderen zuverlässigen Quellen bestätigt? Wer unsicher ist, sollte besser Distanz wahren und es vermeiden, impulsiv zu reagieren, zu liken oder zu teilen. Schließlich spielen Fake News oft mit Emotionen wie Empörung, Angst oder Schuldgefühlen, wodurch sich Nachrichten schneller verbreiten.

 

Warum Fake News heute anders funktionieren als früher

Die Art der Verbreitung von Fake News hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Algorithmen der sozialen Medien zeigen den Nutzern hauptsächlich Inhalte, die ihren bisherigen Interessen und Überzeugungen entsprechen. Dadurch geraten die Menschen manchmal in eine Informationsblase, in der sich ähnliche Berichte immer wieder gegenseitig verstärken.

Darüber hinaus tauchen immer häufiger alte Berichte oder Bilder wieder auf, die aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgelöst wurden. Was früher richtig war, kann heute veraltet oder irreführend sein. Durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz wird es auch schwieriger, fiktive Bilder, Videos oder Texte zu erkennen. Daher ist eine hohe Anzahl von Likes, Shares oder Kommentaren kein Garant für Zuverlässigkeit.

 

Faktencheck und zuverlässige Hilfsmittel

Wer an der Richtigkeit von Online-Informationen zweifelt, kann sich an verschiedene Faktencheck-Initiativen wenden. In Flandern führen u. a. die Redakteure von VRT NWS mit ihrer Rubrik NWS Check Faktenchecks durch. Außerdem unterstützt Mediawijs, das flämische Wissenszentrum für digitale und Medienkompetenz, die Bürgerinnen und Bürger mit Tipps und Tools, um Online-Informationen kritisch zu bewerten.

Auch Safeonweb bleibt ein zentraler und aktueller Bezugspunkt für Warnungen und Meldungen zum Thema Phishing. Für die Föderalbehörde ist das Nationale Krisenzentrum für dieses Thema zuständig. Auf seiner Website crisiscentrum.be finden Sie auch Informationen und Links zu guten belgischen Quellen.

Im französischsprachigen Belgien bieten Plattformen wie hoax-net.be und Faky (RTBF) umfassende Faktenchecks, auch zu viralen Nachrichten und KI-generierten Inhalten.

 

Gesetzgebung: Digital Services Act

Heute gibt es eindeutige Rechtsvorschriften, die soziale Medienplattformen verpflichten, aktiv gegen gefälschte Werbung, irreführende Informationen und Desinformation vorzugehen. Der Digital Services Act (DSA) ist eine europäische Verordnung (2022/2065), die seit dem 17. Februar 2024 in allen europäischen Mitgliedsstaaten vollständig in Kraft ist.

Diese Rechtsvorschriften erlegen sozialen Medienplattformen, Suchmaschinen und Online-Marktplätzen verbindliche Verpflichtungen auf. Gemäß dem DSA sind Plattformen wie Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, X und LinkedIn unter anderem zu Folgendem verpflichtet:

  • Bekämpfung von illegalen und irreführenden Inhalten:
    • Bereitstellung eines Meldemechanismus für illegale Inhalte und Betrug;
    • schnelle Reaktion auf Meldungen (Notice & action);
    • Möglichkeit der Suspendierung von Wiederholungstäter.
  • Bekämpfung von gefälschter und irreführender Werbung:
    • eindeutige Kennzeichnung von Anzeigen;
    • Schaffung von Transparenz darüber, wer die Anzeige bezahlt;
    • zusätzliche Verpflichtungen für politische und gesellschaftliche Werbung;
    • keine gezielte Werbung auf Basis von sensiblen Daten oder an Minderjährige gerichtet.
  • Transparenz in Bezug auf Algorithmen:
    • Erklärung, wie Empfehlungssysteme funktionieren;
    • mehr Kontrolle für die Nutzer hinsichtlich der angezeigten Inhalte;

 

Seit 2018 gab es bereits den Code of Conduct on Disinformation, der jedoch nicht durchsetzbar war. Er wurde am 13. Februar 2025 offiziell in den DSA integriert und ist seit dem 1. Juli 2025 für sehr große Plattformen durchsetzbar.

Belgien hat vier zuständige Behörden benannt, die die Einhaltung des DSA überwachen

 

Kurz gesagt: Bleiben Sie wachsam

Der Kampf gegen Fake News beginnt mit kritischem Denken. Überprüfen Sie die Quelle, achten Sie auf das Datum, lassen Sie sich nicht von Emotionen oder Popularität täuschen und nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie Informationen teilen. Auf diese Weise trägt jeder zu einem sichereren und zuverlässigeren digitalen Umfeld bei.

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Weitere Informationen : https://www.polizei.be/5998/de/uber-uns/kommunikationskampagnen/scam-kampagne