Die Risiken des „Sharenting“: Warum Sie es sich besser zweimal überlegen sollten, bevor Sie etwas über Ihr Kind online veröffentlichen
Die meisten Eltern zeigen gerne Fotos und Videos ihrer Kinder. Heutzutage ist es, unter anderem über die sozialen Medien, besonders einfach, diese Bilder online mit der Familie und Freunden zu teilen. Dieses Phänomen wird als „Sharenting“ bezeichnet (= „Sharing“ und „Parents“).
Allerdings birgt dies enorme Risiken. Denn was Sie im Internet veröffentlichen, bleibt für immer online. Außerdem können diese Inhalte von Personen mit bösen Absichten missbraucht werden.
Egal, ob es sich um eine Geburt, eine Kommunion, ein Frühlings- oder Schulfest handelt – man kann sehen, dass Eltern gerne Bilder ihrer Kinder online teilen. Sharenting hat sich in den sozialen Medien fest etabliert. Allerdings wird oft zu wenig über die möglichen Folgen nachgedacht.
Auch wenn Sie alles löschen, was Sie online veröffentlicht haben, bleibt es dennoch im World Wide Web vorhanden. Einmal im Internet, immer im Internet. Fotos verbreiten sich nun einmal schnell.
Personen mit bösen Absichten suchen gezielt nach solchen Bildern. Durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz ist es mittlerweile ein Kinderspiel, Deepfakes und Deepnudes zu erstellen. Diese Bilder könnten auch bei Sextortion, Rachepornos oder Grooming missbraucht werden, um damit ein gefälschtes Profil zu erstellen, Personen zu erpressen usw.
Auf Fotos ist oft auch der Ort, an dem sie aufgenommen wurden, gut zu erkennen. So könnte jemand mit bösen Absichten sogar physischen Kontakt suchen, indem er beispielsweise vor der Schule oder dem Sportverein wartet.
Das Recht auf Privatsphäre gilt auch für Minderjährige. Natürlich kann ein Elternteil ein Neugeborenes nicht um Erlaubnis bitten, aber ab einem Alter von 7–8 Jahren äußern Kinder schon recht schnell ihre Meinung. Es ist sehr wichtig, dass Kinder einbezogen werden, wenn Fotos von ihnen im Internet veröffentlicht werden. Im Falle eines Missbrauchs der Bilder kann sich dies später noch rächen – beispielsweise bei einem Vorstellungsgespräch, durch Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz usw.
Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie online veröffentlichen!
Stellen Sie sich einige Fragen, bevor Sie Fotos von Minderjährigen online veröffentlichen:
- Ist das Kind zu erkennen?
Vermeiden Sie am besten Fotos, auf denen das Gesicht des Kindes vollständig erkennbar ist.
- Kann jemand das Kind ausfindig machen?
Vermeiden Sie Fotos, auf denen der Name der Schule, des Sportvereins, der Straße und der Gemeinde deutlich zu erkennen ist.
- Würde das Kind das später noch in Ordnung finden?
Besprechen Sie mit Ihrem Kind, ob es damit einverstanden ist, dass bestimmte Fotos online gestellt werden.
- Kenne ich alle, die den Beitrag sehen können?
Stellen Sie die Datenschutzeinstellungen Ihrer Online-Konten so ein, dass nur die Personen, für die die Fotos und Videos bestimmt sind, diese sehen können.
- Eine wichtige Faustregel: Überlegen Sie es sich zweimal (oder öfter), bevor Sie etwas online veröffentlichen. Was Sie heute teilen, kann auch morgen noch im Umlauf sein. Durch einen bewussten Umgang mit Sharenting verringern Sie das Risiko von Missbrauch und schützen sowohl Ihre eigene Sicherheit und Privatsphäre als auch die Ihres Kindes.
Was ist, wenn Sie dennoch Opfer werden?
- Erstatten Sie Anzeige bei der Lokalen Polizei in Ihrer Nachbarschaft.
- Wenden Sie sich an Child Focus: Dies ist das führende Kompetenzzentrum für sexuelle Ausbeutung im Internet. Sie können die Organisation rund um die Uhr, sieben Tage die Woche über die kostenlose Notrufnummer 116 000 erreichen. Wurden intime Bilder Ihres Kindes im Internet verbreitet? Die Organisation verfügt über privilegierte Kontakte zu großen Social-Media-Plattformen (Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat usw.) und kann dabei helfen, Inhalte schneller aus dem Netz zu entfernen. Auf ihrer Website childfocus.be finden Sie weitere Informationen.
Entdecken Sie die #SCAM-Kampagne
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Weitere Informationen : https://www.polizei.be/5998/de/uber-uns/kommunikationskampagnen/scam-kampagne