Auf dem Schulweg: Vorsicht vor Unfällen
Jedes Jahr werden in Wallonien mehr als 360 Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg Opfer eines Verkehrsunfalls. Dies berichtet die wallonische Agentur für Verkehrssicherheit (AWSR) in ihrer neuen Kampagne. In Flandern sind die jüngsten Zahlen noch besorgniserregender. Deshalb möchten wir Ihnen einige wichtige Tipps in Erinnerung rufen.
An jedem Schultag verunglücken in Wallonien mehr als zwei Kinder oder Jugendliche auf dem Schulweg, wie die AWSR in ihrer neuen Kampagne mitteilt.
Die landesweiten Zahlen von VIAS und Statbel für das Jahr 2023 sind noch erschreckender: Jeden Tag wurden in Belgien 14 Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg verletzt. In Flandern waren es mit rund 10 pro Schultag etwas mehr als in Wallonien (knapp 3 pro Tag) und Brüssel (etwas mehr als 1 pro Tag).
Und der September erweist sich als besonders gefährlich, wie in der Sendung Contacts erläutert wurde.
Wenn Ihr Kind allein zur Schule geht, sollten Sie den Weg gemeinsam mit ihm ablaufen, um die sicherste Route zu finden. Und falls Ihr Kind das Fahrrad nimmt, achten Sie zudem auf eine einwandfreie Ausrüstung. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind gut sichtbar ist und rechtzeitig losgeht, und erinnern Sie es daran, auf der Straße wachsam zu bleiben. „Weisen Sie es auf Gefahren hin und bringen Sie ihm bei, wie es darauf reagieren sollte, z. B. wenn es sich einer Kreuzung oder Garagenausfahrt nähert. Oder dass es die Straße nicht an Stellen überqueren sollte, an denen es schlecht zu sehen ist oder selbst nur eingeschränkte Sicht hat“, erklärt die AWSR.
Tempo-30-Zone und Wachsamkeit
Während ein Erwachsener eine Viertelsekunde braucht, um einzuschätzen, ob ein Auto anhält oder nicht, braucht ein Kind bis zu vier Sekunden, um die Situation zu analysieren, heißt es in der Sendung Contacts.
Daher müssen Autofahrer in der Nähe von Schulen besonders vorsichtig fahren und insbesondere die Tempo-30-Zonen strikt einhalten. „In der Nähe von Schulen gilt Tempo 30, aber auch an anderen Orten können Kinder unterwegs sein. Bleiben Sie deshalb auf der gesamten Strecke wachsam“, so Kommissar Olivier Quisquater von der Straßenpolizei. In diesem Fall kann der Geschwindigkeitsbegrenzer dem Fahrer helfen, das Tempo beizubehalten. So muss er keine Überschreitung der 30 km/h befürchten.
Obwohl Kindern beigebracht wird, die Zebrastreifen zu nutzen, müssen Sie damit rechnen, dass sie auch anderswo die Straße überqueren. „Die Eltern müssen ihnen einschärfen, dass sie nicht Hals über Kopf zu einem öffentlichen Verkehrsmittel rennen oder daraus aussteigen dürfen (deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig aus dem Haus zu gehen ...). Außerdem sollten sie daran erinnert werden, dass das Überqueren der Straße ihre volle Aufmerksamkeit erfordert – am besten ohne Kopfhörer in den Ohren. “
Und Kommissar Quisquater betont: „Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn sie sich vor ihren Kindern nicht an die Straßenverkehrsregeln halten, werden diese ihr Fehlverhalten später nachahmen ... “
Vorsicht beim Parken
Wenn Eltern ihre Kinder im Auto bringen, sollten sie darauf achten, dass Kinder unter 1,35 m richtig in ihrem Autositz angeschnallt sind. Bevor Sie Ihr Kind hineinsetzen, müssen Sie ihm jedoch die Jacke ausziehen. Nach dem Anschnallen können Sie ihm eine Decke überlegen. „Eine dicke Jacke kann die ordnungsgemäße Funktion der Sicherheitsgurte beeinträchtigen. Dann besteht bei einem Unfall die Gefahr, dass das Kind aus dem Sitz geschleudert wird“, mahnt die AWSR.
Und nicht zuletzt müssen Sie an einem geeigneten Ort parken, um Ihr Kind abzusetzen. Sparen Sie sich die Ausrede: „Ich brauche nur zwei Minuten ...“ Die Gefahr ist trotzdem da! „Auch wenn Sie es eilig haben, wählen Sie einen Ort, an dem das Halten oder Parken erlaubt ist. Das ist auf dem Zebrastreifen vor der Schule nicht der Fall! Wenn Sie Ihr Kind absetzen, dürfen Sie nicht auf dem Zebrastreifen anhalten, und auch nicht in weniger als 5 m Abstand davon“, erklärt Kommissar Quisquater weiter.
Denken Sie außerdem daran, Ihr Kind immer auf der sicheren Seite aussteigen zu lassen: dem Bürgersteig. Und wenn es eine „Kiss and Ride“-Zone zum kurzen Anhalten gibt, nutzen Sie sie! Sie befindet sich so nah an der Schule, dass Sie Ihr Kind sicher absetzen oder abholen können. Gleichzeitig stehen Sie nicht im Stau.
Ein letzter wichtiger Tipp: Fahren Sie rechtzeitig los, damit unterwegs kein Stress aufkommt.