Betrüger nutzen Dating-Apps, um ihre Opfer auszurauben

Im Monat der Cybersicherheit möchten wir vor verschiedenen Online-Betrugsmaschen warnen. Dieses Mal geht es speziell um Dating-Apps. Vor Kurzem wurden in der Region Lüttich einige Täter verhaftet. Sie hatten ihre Opfer mithilfe gefälschter Profile in die Falle gelockt, um sie anschließend auszurauben.

Betrüger nutzen Dating-Apps, um ihre Opfer auszurauben

Vor einigen Wochen wurden im Rahmen umfassender Ermittlungen fünf Verdächtige festgenommen. Die Täter sollen sich über gefälschte Profile, die sie auf Dating-Apps wie Tinder, Happn, Fruitz oder Meetic erstellt hatten, sowie über den Messenger-Dienst Snapchat an die Opfer herangemacht haben. Sie gaben sich als junge Frau aus und vereinbarten nach mehreren Nachrichten ein Treffen mit ihrem Opfer. Vor Ort wurde das Opfer geschlagen, ausgeraubt und gezwungen, den PIN-Code seiner Bankkarte zu verraten. Außerdem sollen Fahrzeuge gestohlen worden sein. 

„Auch wenn das Phänomen seit den Festnahmen in der Region nicht mehr beobachtet wurde, stellen gefälschte Profile in Dating-Apps eine echte Gefahr dar – vor allem seit der rasanten Zunahme von KI-Tools. Wir rufen die Nutzerinnen und Nutzer zur Vorsicht auf“, erklärt Kommissar Christophe Axen, stellvertretender Leiter der Regional Computer Crime Unit (RCCU) in Lüttich.

In diesem Zusammenhang ein paar Ratschläge: 

  • Seien Sie vorsichtig, wenn das Profil zu perfekt erscheint, um wahr zu sein.

  • Zögern Sie nicht, Nachforschungen über die Person anzustellen, beispielsweise mithilfe der umgekehrten Bildsuche (z. B. auf images.google.com), um herauszufinden, ob das Foto schon anderswo verwendet wurde.

  • Bevor Sie sich mit der Person treffen, nehmen Sie sich genügend Zeit, ihr Fragen zu stellen, um sie so gut wie möglich kennenzulernen. 

  • Wenn Sie einem persönlichen Treffen zustimmen, informieren Sie Ihre Familie und Freunde über den Ort, an den Sie sich begeben.

  • Wählen Sie für die ersten Verabredungen bevorzugt öffentliche Orte, an denen Sie die Person in aller Ruhe nach und nach kennenlernen können.

Wenn Sie Opfer eines Betrugs jeglicher Art geworden sind, schämen Sie sich vor allem nicht dafür und sprechen Sie darüber. 

Wie wir bereits in unserem Artikel über „Liebesbetrüger“ im Rahmen der #SCAM-Kampagne erwähnt haben, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Bewahren Sie alle Nachrichten und Beweise auf, die zur Identifizierung des Betrügers dienen können: Screenshots von Nachrichten, von Transaktionen.

  • Erstatten Sie Anzeige bei der lokalen Polizei, nachdem Sie eine Chronologie der Ereignisse erstellt und den Schaden ermittelt haben.

  • Informieren Sie die Verantwortlichen der Website oder App, über die der Betrüger Sie kontaktieren konnte. Teilen Sie ihnen den Profilnamen des Betrügers und andere Details mit, die ihnen helfen könnten, zu verhindern, dass weitere Personen Opfer werden.

  • Wenn Sie Ihre Bankdaten an einen Betrüger weitergegeben haben, lassen Sie die Karte über Card Stop (078 170 170) sperren und nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrer Bank auf. Die Telefonnummern der Bankinstitute finden Sie in diesem von Febelfin zur Verfügung gestellten Dokument.