Ihre Rechnung ist korrekt. Aber stimmt die Kontonummer auch?
Bereits im Juni dieses Jahres haben wir vor einem neuen Phänomen gewarnt, bei dem Cyberkriminelle Rechnungen fälschen. Wenn es Cyberkriminellen gelingt, sich Zugang zu Ihrem E-Mail-Konto zu verschaffen, können sie eingehende Rechnungen manipulieren. Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie eine Rechnung von einem Lieferanten erhalten, auf der plötzlich eine neue Kontonummer angegeben ist.
„Wir erhalten immer mehr Meldungen“, bestätigt Kommissar Christophe Van Bortel von der Regional Computer Crime Unit der Föderalen Kriminalpolizei in Antwerpen. „Künstliche Intelligenz sorgt sogar dafür, dass Cyberkriminelle nicht mehr selbst eingreifen müssen: Dank dieser Technologie können Kontonummern auf Rechnungen automatisch angepasst werden. Als Kunde merkt man nichts, außer dass auf der Rechnung eine neue Kontonummer steht.“
Wie können die Bürger dann sicher sein, dass sie auf das richtige Konto überweisen?
„Zunächst einmal können Sie die Nummer in der Banking-App überprüfen, wenn Sie dort Ihre festen Anbieter, wie beispielsweise Ihre Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter, gespeichert haben. Wenn Sie einen Unterschied feststellen oder auf der Rechnung beispielsweise „neue Kontonummer“ steht, senden Sie bitte keine E-Mail zurück, in der Sie fragen, ob dies korrekt ist. Der Cyberkriminelle kann sich nämlich auch in diesen E-Mail-Austausch einschalten und Ihnen antworten, dass es sich tatsächlich um eine neue Kontonummer handelt. Rufen Sie den Lieferanten ganz ‚old school‘ selbst an, um zu überprüfen, ob sich die Kontonummer tatsächlich geändert hat.“
Wie können Bürger ihre E-Mail-Postfächer besser schützen?
„Auch wenn dies nicht bei allen E-Mail-Anbietern möglich ist, sollten Sie am besten die Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten. Dadurch verfügen Sie über eine zusätzliche Sicherheitsstufe, falls das Passwort Ihres E-Mail-Kontos in die Hände von Cyberkriminellen fällt. Durch diesen zweiten Schritt erhalten sie trotzdem keinen Zugang. Gmail und Proton Mail sind bekannte E-Mail-Dienste, bei denen man die Zwei-Faktor-Authentifizierung problemlos einrichten kann. Leider kommen die Protokolle POP, IMAP und SMTP hierfür nicht in Frage. Dann sollten Sie Ihre Passwörter am besten so gut wie möglich mit einem Passwort-Manager schützen. Es gibt verschiedene Systeme, die sehr sicher sind“, schließt Kommissar Van Bortel.
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