„Hallo Mama“ oder unzustellbares Paket: Tappen Sie nicht in die Smishing-Falle
Sie haben eine SMS von einer unbekannten Nummer erhalten, die angeblich von Ihrem Kind stammt? Oder eine Nachricht, dass Ihr Paket nicht in den Briefkasten gepasst hat? Der unter dem Namen „Smishing“ bekannte Betrug mit gefälschten Nachrichten ist weit verbreitet … Hier finden Sie unsere Sicherheitstipps.
So funktioniert Smishing
„Hallo Mama/Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine vorübergehende Nummer. Schreib mir so schnell wie möglich auf WhatsApp …“
Wer Mutter oder Vater ist, dem kommt eine solche SMS schnell glaubwürdig vor. So ging es auch Françoise, die einen Aufruf zur Vorsicht geteilt hat. „Ich habe diese Nachricht zweimal bekommen. Meine Tochter hat mir erzählt, dass auch sie sie erhalten hat, ebenso wie weitere Personen, die mich nach meinem Facebook-Post darauf angesprochen haben …“, erklärt sie.
Aus Misstrauen ist Françoise zum Glück nicht darauf eingegangen, wollte aber andere Internetnutzer warnen, damit Ahnungslose nicht auf den als „Hi mum“ oder „Hi dad“ (also „Hallo Mama/Papa“) bekannten Betrug hereinfallen, der weltweit bereits Tausende Opfer gefordert hat …
Sie haben es auf Ihr Geld abgesehen
Verloren, gestohlen, kaputt, SIM-Karte defekt, Guthaben aufgebraucht – die Liste der Ausreden, mit denen Mütter und Väter in die Falle gelockt werden, ist lang. Vor allem in den USA gehen manche Betrugsmaschen sogar noch weiter und nehmen die Form regelrechter „virtueller Entführungen“ an: Die Täter behaupten dann, das Kind tatsächlich entführt zu haben.
Sobald die Betrüger ihre Opfer erreicht haben, fordern sie Geld per Überweisung oder über Zahlungsgutscheine wie Neosurf, PCS, Toneo oder Transcash. Diese enthalten einen Code, mit dem der Inhaber den Geldbetrag einlösen kann.
Paketbetrug
Eine weitere sehr bekannte Masche nach demselben Prinzip: Eine SMS eines vermeintlichen Zustellers teilt Ihnen mit, dass Ihr Paket nicht zugestellt werden konnte und Sie einen neuen Liefertermin vereinbaren sowie erneut Versandkosten zahlen müssen.
Die Betrüger geben sich dabei als vertrauenswürdige Organisation aus, um ihre Opfer zu täuschen. In der Nachricht befindet sich ein Link zu einer Website, die Mondial Relay oder Chronopost imitiert und Sie auffordert, Ihre E-Mail-Adresse sowie Ihre Bankdaten einzugeben, um die angeblichen neuen Versandkosten zu begleichen.
In beiden Fällen handelt es sich um einen Smishing-Versuch – ein Begriff, der sich aus „SMS“ und „Phishing“ zusammensetzt. Die Täter nutzen die Identität einer bekannten Person oder eines bekannten Unternehmens, um das Vertrauen des Empfängers zu gewinnen und ihm Geld zu stehlen.
Unsere Tipps gegen Betrug
Wir empfehlen Ihnen, besonders vorsichtig zu sein, wenn Sie von einer unbekannten Nummer kontaktiert werden.
- Antworten Sie nicht auf solche Nachrichten.
- Klicken Sie niemals auf Links oder Anhänge in einer verdächtigen Nachricht – egal, wie echt sie wirken.
- Sie sind unsicher, ob es sich wirklich um Ihr Kind handelt? Rufen Sie es unter der gewohnten Nummer an, um zu überprüfen, ob die Nachricht tatsächlich von ihm stammt.
- Ein echtes Lieferunternehmen kontaktiert Sie immer unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Paketnummer. Um nicht in die Falle zu tappen, nutzen Sie das Tracking-System Ihres Anbieters: die offizielle Website, die aus einem offiziellen App-Store heruntergeladene App oder die Bestätigungs-E-Mail, die Sie nach Ihrer Bestellung erhalten haben. Wenden Sie sich im Zweifel auch direkt an das Geschäft, um den Wahrheitsgehalt der Nachricht zu überprüfen.
- Überweisen Sie niemals Geld, ohne die tatsächliche Identität der Person geprüft zu haben, die es von Ihnen fordert. Sie zögern? Stellen Sie der Person eine persönliche Frage, deren Antwort nur sie kennen kann.
- Bezahlen Sie Unbekannte niemals mit Guthabenkarten wie Neosurf, PCS, Toneo oder Transcash. Banken erstatten solche Beträge in der Regel nicht, da die Transaktion als freiwillig gilt.
- Geben Sie niemals persönliche Informationen preis. Aktivieren Sie auf WhatsApp die Zwei-Faktor-Authentifizierung – über die App-Einstellungen unter „Datenschutz-Check“ und „Sicherheit Ihres Kontos erhöhen“ sowie „Verifizierung in zwei Schritten“. Beschränken Sie außerdem die Weitergabe Ihrer öffentlichen Informationen in sozialen Netzwerken.
- Falls Sie ein Passwort weitergegeben haben, das Sie auch für andere Konten verwenden, ändern Sie es umgehend.
- Sie können betrügerische Nachrichten gerne an suspekt@safeonweb.be weiterleiten.
- Falls es bereits zu spät ist und Sie in die Falle der Betrüger getappt sind, informieren Sie sofort Ihre Bank, rufen Sie Card Stop an unter 078 170 170 und erstatten Sie Anzeige bei Ihrer lokalen Polizei. Bewahren Sie die Nachricht als Beweis für den Betrug auf. Wenn Sie befürchten, dass Schadsoftware auf Ihrem Gerät installiert wurde, lassen Sie einen Virenscanner laufen und das Gerät anschließend von einer Fachperson prüfen.
Entdecken Sie die #SCAM-Kampagne
Hier finden Sie unsere Empfehlungen, um nicht auf Internetbetrüger hereinzufallen, sowie unsere Tipps, um einen Vorfall online zu melden. Sie sind Opfer? Erfahren Sie, wie Sie Anzeige wegen Internetbetrugs erstatten können!
Weitere Informationen : https://www.polizei.be/5998/de/uber-uns/kommunikationskampagnen/scam-kampagne