Nur eine Nachricht, nur ein Foto – und schon hast du die Kontrolle verloren
Sextortion ist eine Wortschöpfung aus „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung). Der Erpresser verlangt Geld oder zwingt dich, neue Videos oder Fotos zu schicken. Bei Rachepornos droht jemand damit, intime Fotos oder Videos zu teilen, um sich für etwas zu rächen oder dich öffentlich zu demütigen.
Es gibt zwei Formen von Sextortion. Bei der ersten Form freundet sich der Täter online mit dem Opfer an, indem er sich beispielsweise als Gleichaltriger ausgibt, doch in Wirklichkeit handelt es sich um kriminelle Banden. Nach einer Weile gehen die Gespräche immer mehr in eine sexuelle Richtung. Schließlich überredet der Kriminelle die betreffende Person dazu, intime Bilder von sich selbst zu schicken. Manchmal erstellen die Täter mithilfe künstlicher Intelligenz selbst ein gefälschtes intimes Bild. Dann beginnen die Drohungen, die Aufnahmen zu veröffentlichen. Als Gegenleistung dafür, dass die Bilder nicht veröffentlicht werden, verlangt der Täter neue intime Aufnahmen oder Geld.
Bei der zweiten Form schickt der Täter eine anonyme E-Mail, in der er behauptet, dass er den Computer gehackt und Bilder erlangt hat, mit denen er eine Person bloßstellen kann. Oft reicht schon die reine Drohung aus, um die Opfer unter starken Druck zu setzen.
Angst, Scham und Panik führen dazu, dass sie der Erpressung nachgeben und zahlen, weil sie hoffen, dass das Problem damit ein Ende findet. Leider hat das genau den gegenteiligen Effekt, und der Kriminelle verlangt immer mehr. Meistens handelt es sich beim Täter nicht um eine Einzelperson, sondern um kriminelle Netzwerke.
Bei Rachepornos kennt der/die Betroffene in der Regel die Person, die dahintersteckt. Häufig geschieht dies nach einer Trennung. Während der Beziehung wurden intime Bilder ausgetauscht.
Diese Aufnahmen werden dann aus Rache dazu benutzt, das Opfer vor Familie und Freunden öffentlich zu demütigen oder Druck auszuüben, damit der Kontakt wieder aufgenommen wird.
Was musst du tun?
Sowohl bei Sextortion als auch bei Rachepornos setzt der Täter darauf, dass Scham und Angst so groß sind, dass das Opfer allen Forderungen nachkommt. Lass dich NICHT auf die Erpressung ein, sondern sammle ALLE Beweise: E-Mails, Nachrichten und Profile, falls der Kontakt über private Nachrichten in sozialen Medien zustande kam. Erstelle umgehend eine Meldung auf der betreffenden Plattform und erstatte zudem Anzeige bei der Polizei.
Du musst dich nicht schämen. Das kann jedem passieren. Es ist nicht deine Schuld. Behalte es nicht für dich, sprich darüber und suche Hilfe bei Familie und Freunden oder bei Child Focus unter der kostenlosen Nummer 116 000, die rund um die Uhr erreichbar ist. So bist du nicht auf dich allein gestellt und gewinnst die Kontrolle zurück.
Sieh dir hier die Videos mit Inspektorin Sofie Lenaerts zum Thema Sextortion und Rachepornos an.
Payboy
Anlässlich des Europäischen Tages zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch startete Child Focus am 18. November 2025 die Online-Plattform Payboy. Auf dieser Plattform erfährst du alles rund um Sextortion oder sexuelle Erpressung.
Weitere Informationen: Payboy.be oder auf der Website von Child Focus.
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