Er/sie wirkt chill … aber warum fühlt sich das nicht okay an?
Durch das rasante Wachstum des Internets sind auch neue Phänomene entstanden, wie zum Beispiel Grooming. In den meisten Fällen handelt es sich um eine erwachsene Person, die über Online-Spiele oder soziale Medien versucht, Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen, und sich ihr Vertrauen zu erschleichen. Wir geben einige Tipps, damit Jugendliche nicht in die Falle tappen.
Grooming ist der Aufbau des Kontakts, es ist ein Prozess. Ein Kind kann manchmal an einem einzigen Tag gegroomt werden, es kann aber auch sechs Monate dauern, bis es der Person ausreichend vertraut. Der eigentliche Kindesmissbrauch passiert, wenn unangemessene Bilder erstellt und verbreitet werden. Für den Groomer geht es in erster Linie um sein eigenes sexuelles Vergnügen. Außerdem kann er auf diesem Weg Zugang zu den zahlreichen „spezifischen Websites“ im Darknet erhalten. Das ist nicht ohne Weiteres möglich – man landet zunächst in einem Warteportal.
Wie können Kinder und Jugendliche sich gegen Grooming wappnen?
Nicht jeder ist online, wer er oder sie zu sein vorgibt. Groomer versuchen, eine Vertrauensbeziehung zu dem Kind oder dem Jugendlichen aufzubauen. Das ist eine klassische Technik.
Mit Unbekannten in Online-Spielen oder in sozialen Medien zu chatten, ist an sich nichts Verwerfliches. Trotzdem kann es passieren, dass sich jemand dazu verleiten lässt, in private Chats auf anderen Apps zu wechseln. Bleib deshalb beim ursprünglichen Gesprächskanal und -thema. Das verringert das Risiko der Manipulation.
Vermeide es, persönliche Daten zu teilen wie Adresse, Schule, Fotos, genaues Alter, „allein zu Hause sein“ … Es mag harmlos wirken, aber es gibt Tätern von Grooming die Gelegenheit, diese Informationen zu missbrauchen, um sich als Freund(in) auszugeben.
Was sind die Warnsignale?
Alarmglocken sollten schrillen, wenn jemand:
- auf Geheimhaltung drängt – die klassische Geschichte von wegen „das ist unser kleines Geheimnis“;
- schnell sexuell anzügliche Fragen stellt;
- Geschenke verspricht oder macht;
Was, wenn jemand zum Opfer wird?
Die wichtigste Botschaft dabei lautet: Das Opfer trifft keinerlei Schuld. Groomer spielen bewusst mit Emotionen, Unsicherheiten und Scham. Die betroffenen Kinder oder Jugendlichen tragen also keinerlei Verantwortung.
- Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Schweigen vergrößert nur die Macht des Täters. Sprich deshalb gerade mit Menschen, denen du vertrauen kannst: Eltern, einer Lehrkraft, einem CLB-Mitarbeiter oder einem Jugendarbeiter. Ist die Angst zu groß, gibt es professionelle Hilfsangebote, an die sich Kinder und Jugendliche – anonym oder nicht – wenden können:
- Child Focus: Sie betreiben einige Unterseiten mit interessanten Informationen zu diesem Thema: Iedereen een MAX und CyberSquad. Opfer und ihre Angehörigen können auch jederzeit die kostenlose Nummer 116 000 anrufen, 24/7 erreichbar.
- Bewahre Beweismaterial auf! Mach zuerst Screenshots von Gesprächen, Usernames, Fotos, Drohnachrichten … aber vergiss nicht, den Groomer danach zu blockieren.
Grooming ist immer eine Straftat, für die du auch Anzeige bei der Polizei erstatten kannst. Selbst ohne ein physisches Treffen bleibt es strafbar. Du kannst dieses gesammelte Material der Polizei übergeben, damit sie dich weiter unterstützen und den Täter ausfindig machen können.
Sieh dir hier oder auf unseren sozialen Medien auch das Video zum Thema Grooming unseres Kollegen und Instagram-Influencers Quentin Davin an.
„Wer über Grooming spricht, durchbricht das Schweigen. Und genau das wollen Groomer am wenigsten.“
Entdecken Sie die #SCAM-Kampagne
Hier finden Sie unsere Empfehlungen, um nicht auf Internetbetrüger hereinzufallen, sowie unsere Tipps, um einen Vorfall online zu melden. Sie sind Opfer? Erfahren Sie, wie Sie Anzeige wegen Internetbetrugs erstatten können!
Weitere Informationen : https://www.polizei.be/5998/de/uber-uns/kommunikationskampagnen/scam-kampagne