Doxxing: Vorsicht vor dem Missbrauch Ihrer Daten
Ist Ihnen das Phänomen „Doxxing“ bekannt? Dabei werden Informationen über eine Person gesammelt, um sie zu ihrem Nachteil zu nutzen. Dabei kann es sich um Einschüchterung, Nachstellung oder Rache handeln. Hier sind unsere Tipps zur Vorbeugung.
Fanny reagiert auf einen Beitrag in den sozialen Medien. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit einem anderen Nutzer beschließt dieser, sich zu rächen, und findet anhand früherer Beiträge von Fanny ihre Privatadresse, ihre Telefonnummer und den Namen ihres Arbeitgebers heraus. Er beschließt daraufhin, sie öffentlich zu verbreiten, und Fanny erhält Dutzende anonymer Anrufe, Beleidigungen, Drohungen …
Diese Situation ist ein Beispiel für „Doxxing“, eine Abkürzung des Begriffs „Document Tracing“, was man mit „Verfolgen von Dokumenten“ übersetzen könnte, wobei „dox“ die umgangssprachliche Abkürzung für „document“ ist. Es handelt sich um das Aufspüren und die Veröffentlichung personenbezogener Daten im Internet zu böswilligen Zwecken. Dabei kann es sich um den Namen, die Adresse, die Telefonnummer oder auch Fotos einer Person handeln.
Und die Folgen einer solchen Weitergabe können verheerend sein: Stress, Ängste, Unsicherheit, Rufschädigung und sogar Lebensgefahr für die betroffene Person.
Doxxing kann insbesondere darin bestehen, Informationen über eine Person zu verbreiten, die in ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren verwickelt ist. Selbst wenn sie den Justizbehörden bekannt ist, kann die öffentliche Bekanntgabe privater Informationen über sie Risiken für sie und Sanktionen für die Person, die diese Informationen preisgibt, nach sich ziehen.
In Belgien fällt Doxxing unter Artikel 442bis des Strafgesetzbuches: „Wer einer Person nachgestellt hat, obwohl er wusste oder hätte wissen müssen, dass er durch dieses Verhalten die Ruhe der betroffenen Person ernsthaft stören würde, wird mit einer Gefängnisstrafe von fünfzehn Tagen bis zu zwei Jahren und mit einer Geldbuße von 50 bis zu 300 [EUR] oder mit nur einer dieser Strafen bestraft.“ Zu beachten ist, dass der genannte Betrag mit zusätzlichen Zuschlagzehnteln zur Berücksichtigung veränderter Lebenshaltungskosten multipliziert werden muss und somit höher ausfällt.
Wie kann man Doxxing vorbeugen?
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Beschränken Sie Ihre öffentlich zugänglichen Informationen in den sozialen Netzwerken.
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Geben Sie Ihre Telefonnummer, Ihre Adresse oder die Orte, an denen Sie sich aufhalten, nicht öffentlich bekannt.
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Überlegen Sie sich gut, ob Sie Fotos oder Daten teilen, auch wenn die Plattform sicher erscheint. Sie können von einer Person mit böswilligen Absichten kopiert werden.
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Halten Sie Ihre Konten so privat wie möglich.
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Verwenden Sie nach Möglichkeit Pseudonyme.
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Trennen Sie Ihr Privatleben von Ihrem Berufsleben, insbesondere durch die Verwendung unterschiedlicher E-Mail-Adressen.
Was tun bei Doxxing?
Sind Sie Opfer von Doxxing geworden? Fertigen Sie Screenshots der Nachrichten an und melden Sie diese auf der entsprechenden Plattform. Zögern Sie auch nicht, bei der örtlichen Polizei Anzeige zu erstatten. Informieren Sie auch Ihre Angehörigen und erklären Sie ihnen die Situation, damit Sie auf ihre Unterstützung zählen können und die Verbreitung von Falschinformationen vermeiden. Und zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen.
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