„Das Phänomen des Vishing nimmt massiv zu“

Zu Beginn des Monats der Cybersicherheit möchte Kommissar Christophe Axen, stellvertretender Leiter der Regional Computer Crime Unit (RCCU) der Föderalen Kriminalpolizei in Lüttich, die Bürgerinnen und Bürger vor der zunehmenden Zahl von „Vishing“-Fällen warnen.  

„Das Phänomen des Vishing nimmt massiv zu“

„In letzter Zeit erhalten wir viele Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die Opfer von Vishing-Betrug geworden sind“, berichtet Kommissar Christophe Axen, stellvertretender Leiter der Regional Computer Crime Unit (RCCU) der Föderalen Kriminalpolizei in Lüttich. 

Mit dieser Methode, deren Name sich aus „Voice“ und „Phishing“ zusammensetzt, können sich Kriminelle als Mitarbeiter einer Bank oder eines IT-Sicherheitsdienstes ausgeben. Das Ziel? Vertrauliche Informationen erhalten, um anschließend Banktranskationen durchzuführen.  

168.000 Euro entwendet 

Vor Kurzem wurde ein Einwohner von Virton zum Opfer dieser Masche. Als er auf ein Paket wartete, erhielt er eine E-Mail, die wie eine Mitteilung des Lieferdienstes aussah. Darin wurde ihm angeboten, den Liefertermin neu festzulegen. Dafür sollte der Einwohner von Virton eine zusätzliche Gebühr zahlen und zu diesem Zweck seine Kreditkartendaten übermitteln. 

Etwas später erhielt der Mann einen Anruf von einer Person, die sich als Mitarbeiter der Betrugsabteilung seiner Bank ausgab. Er teilte ihm mit, dass er Opfer eines Betrugs geworden sei und seine Konten sperren müsse. Da er überzeugt war, mit einer legitimen Person zu sprechen, teilte er seine Kundennummer mit – aber es handelte sich um „Vishing“.  

Ein paar Tage später dann die böse Überraschung: Innerhalb von 48 Stunden wurden sage und schreibe 42 Transaktionen auf seinen Konten durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 168.000 Euro entwendet.  

Abgesehen von der hohen Summe war dieser Fall deshalb so besonders, weil Konten derselben Bank wie die des Opfers genutzt wurden, um das Geld weiterzuleiten. „In der Regel überweisen Betrüger das Geld direkt auf Konten im Ausland, um die Verfolgung zu erschweren. Aber in diesem Fall haben sie offenbar mit sogenannten „Geldeseln“ zusammengearbeitet, d. h. mit Personen, die ihr Konto vorübergehend zur Verfügung stellen, um betrügerische Transaktionen abzuwickeln und die Spuren zu verwischen“, erklärt Christophe Axen. 

Einige Ratschläge zur Erinnerung 

Unser Cyber-Experte gibt ein paar wichtige Ratschläge, wie Sie sich vor diesem Phänomen schützen können:  

  • Geben Sie Ihre PIN-Codes oder Passwörter niemals weiter. 

  • Klicken Sie nicht auf verdächtige Links, die Sie per E-Mail oder SMS erhalten. 

  • Sollte eine Person behaupten, im Namen Ihrer Bank anzurufen, legen Sie auf und kontaktieren Sie Ihr Finanzinstitut selbst über die offizielle Telefonnummer. 

  • Bestätigen Sie niemals eine Banktransaktion, die Sie nicht bewusst veranlasst haben und deren Zweck Sie nicht vollständig verstehen. 

  • Sind Sie Opfer eines Betrugs geworden? Wenden Sie sich umgehend an CardStop/FraudStop (078 170 170) und erstatten Sie Anzeige bei der Lokalen Polizei. Bewahren Sie alle für die Ermittlungen relevanten Beweise auf und erstellen Sie eine Chronologie der Ereignisse, damit sich die Straftat besser nachvollziehen lässt.