Hundeunterstützungsdirektion

Die Hundeunterstützungsdirektion wurde im Jahre 1968 an der Spezialschule der ehemaligen Gendarmerie gegründet, um die Ausbildung der Polizeihunde und Polizeihundeführer der Gendarmerie zu gewährleisten.

Ende der 60ger Jahre wurde die Dienststelle 'Ausbildung der Polizeihunde' zur mobilen Legion nach Brüssel verlegt, in den 70ger Jahren befand sie sich in Sint Joris-Weert.

In den nachfolgenden Jahren zog die Dienststelle insgesamt zweimal um (Militärgelände Bourg-Léopold, Löwen) und wurde in 2004 schließlich auf dem Militärgelände Neerhespen angesiedelt.

Infolge der Polizeireform im Jahr 2001 wurde der Hundeunterstützungsdienst der Generaldirektion der operativen Unterstützung unterstellt.

Seit dem 1. März 2007 jedoch ist dieser Dienst Teil der Dienstelle für "Abordnungen und Dienste" der Generaldirektion der Verwaltungspolizei der föderalen Polizei.

Infolge der Publikation des königlichen Erlasses am 23. August 2014 wird die Dienstelle die Hundeunterstützungsdirektion.

Seit dem 20. Jahrhundert haben sie eine Menge durchgemacht! Der Beweis in Bildern: https://youtu.be/qWMuVl0QB0g

Organisation

Die Hundeunterstützungsdirektion besteht aus einer operativen und einer ausbildenden Abteilung:

  • Die operative Abteilung entsendet die spezialisierten Polizeihundeteams auf Anfrage der Gerichtsbehörden sowie der Dienste der lokalen oder föderalen Polizei auf das Gelände. Diese Abteilung ist ebenfalls dafür verantwortlich, dass außerhalb der normalen Dienststunden eine Mindestanzahl an Polizeihundeteams rund um die Uhr verfügbar sind.

  • Die ausbildende Ausbildung befasst sich, wie ihr Name vermuten lässt, mit der Ausbildung aller Polizeihunde und Hundeführer der föderalen Polizei. Über die Polizeischulen der Provinzen tragen die Ausbilder der Hundeunterstützungsdirektion zur Ausbildung der lokalen Polizeischutzhunde bei.

Spezialisierungen

Zur Zeit verfügt die föderale Polizei über achtzig spezialisierte Polizeihundeteams. Die Hälfte davon untersteht der Hundeunterstützungsdirektion, die andere Hälfte ist in anderen Dienststellen der föderalen Polizei tätig, beispielsweise bei den Sondereinheiten, der Bahnpolizei und der Schifffahrtspolizei.

Jedes Team (Polizeihund + Polizeihundeführer) wird von der Hundeunterstützungsdirektion ausgebildet und kann sich in einem bestimmten Bereich weiterbilden:

Polizeihunde des Hundeunterstützungsdirektions

1. Der SPÜRHUND richtet sich nach dem menschlichen Geruch lebender Personen.

Der Spürhund wird bei folgenden Aufträgen eingesetzt:

  • Er kann den menschlichen Geruch aufspüren und dieser Fährte folgen. Vor allem in Fällen von besorgniserregendem Verschwinden und bei flüchtenden Tätern kann der Spürhund auf diese Weise einen Mehrwert für die Polizeidienste bedeuten.

  • Dieser Hund kann in einem bestimmten Gebiet frei auf die Suche gehen und jede Person finden, die sich dort aufhält (oder aufgehalten hat).

2. Der PASSIVE RAUSCHGIFTSPÜRHUND sucht nach illegalen Rauschmitteln an Personen und setzt sich vor einer Person, wenn er einen verdächtigen Geruch entdeckt hat. Dieser Hund wird vorwiegend eingesetzt bei Kontrollen von großen Menschengruppen in Schulen, Haftanstalten, Diskotheken, Flugzeugen, Zügen, bei Festivals und Großveranstaltungen.

Auswahl und Ausbildung

Die Hunde, die bei der Polizei arbeiten, sind entweder das Eigentum der föderalen oder der lokalen Polizei, oder aber des Polizeidiensthundeführers selbst. Die nachstehenden Informationen betreffen ausschließlich die Hunde der Hundeunterstützungsdirektion.

  • Ankauf eines Polizeihundes

Im Prinzip kommen alle Hunde zwischen 9 Monate und 2 Jahre für eine Ausbildung bei der Hundeunterstützungsdirektion in Frage. Beim Kauf wird vor allem auf gewisse Wesensmerkmale geachtet, beispielsweise auf das Sozialverhalten und den Mut, sowie auf Instinkte und spezielle Talente, wie die Suche und das Apportieren.

Bevor der Hund dann endgültig gekauft wird, wird er eingehend geprüft und bewertet. Erhält der Hund eine positive Bewertung, wird er noch einer medizinischen Prüfung beim Veterinäramt der föderalen Polizei unterzogen, bevor dann dem Kauf definitiv zugestimmt wird.

  • Auswahl eines Polizeidiensthundeführers-Bewerbers

Um zum Polizeidiensthundeführer ausgebildet zu werden, muss man zunächst gewisse Bedingungen erfüllen. So muss der Hundeführer-Bewerber den Rang des Polizeiinspektors besitzen und eine ausgeprägte Dienstbereitschaft an den Tag legen. Auch das fortwährende Interesse für die Erziehung, die Ausbildung und die Pflege des Polizeihundes sind sehr wichtig, ebenso wie die Motivation und der Teamgeist.

Die Direktion erwartet vom Polizeidiensthundeführer Flexibilität bezüglich der Organisation der Arbeit, sowie Unbescholtenheit und Kollegialität. Auch das autonome Arbeiten ist von großer Wichtigkeit.

Da die Hundeteams der Hundeunterstützungsdirektion im gesamten Staatsgebiet zum Einsatz kommen, ist die Kenntnis der zweiten und dritten Landessprache ein Vorteil.

Das Auswahlverfahren besteht aus 4 Schritten: schriftliche Prüfung, Interview, ein medizinischer Test und ein einwöchiges Praktikum. Nach jedem Schritt wird aussortiert. Besteht ein Hundeführer-Bewerber das gesamte Auswahlverfahren, beginnt er seine Ausbildung bei der Hundeunterstützungsdirektion.

  • Ausbildung des Hundeteams

Nach seinem Ankauf beginnt der Hund seine Ausbildung bei einem Ausbilder und beendet diese bei seinem Hundeführer.

Die Abteilung Ausbildung betreut die Grund- und Fortbildungen aller Polizeihunde der föderalen Polizei. Sie bietet eine Unterstützung auf Anfrage der Polizeischulen bei der Grundausbildung der Polizeischutzhunde am.

Möchte die lokale Polizei ein Polizeischutzhundteam in ihrer Personalausbildung aufnehmen, muss das Team immer bei einer Polizeischule ausgebildet werden. Die funktionelle Ausbildung dauert, abhängig von eventuell gewährten Freistellungen, zwischen 5 und 26 Wochen. Anschließend kann das Polizeihundeteam jedes Jahr eine Weiterbildung belegen, um das erreichte Ausbildungsniveau zu halten oder zu verbessern. Diese Ausbildungen legen den Schwerpunkt meist auf das Sozialverhalten und die Möglichkeit, zu jeder Zeit ein Hundeteam ohne viel Stress einsetzen zu können (Fußball, Konzerte, …).

Gutachten und technische Stellungnahmen

Mit den Jahren sammelte die Direktion viele Erfahrungen auf dem Gebiet der Ausbildungen und bei ihrer Arbeit mit den Polizeihunden. Die Hundeunterstützungsdirektion steht jedem Polizeidienst und jeder Polizeibehörde zur Verfügung, sei es für Fragen allgemeiner oder eher spezifischer Art zum Einsatz der Polizeihunde bei verwaltungs- und gerichtspolizeilichen Aufträgen (Vorbereitung eines Polizeieinsatzes, spezifische Gesetzgebung, besonderes Phänomen, Kontaktadressen im Ausland, …).

Durch die Verwirklichung der Projekte strebt die Hundeunterstützungsdirektion ständig die Optimierung (des Einsatzes) seiner Hundeteams an. Die Zelle Ausbildung befasst sich zur Zeit mit einem Projekt « Welpen », einem Projekt Bloodhound - Sankthubertushund sowie mit einem Projekt, welches sich mit der Zuverlässigkeit der Geruchsidentifizierungstests beschäftigt.

Auch Situationen, mit denen die Hundeteams in der Praxis konfrontiert sind, können Anlass dazu geben, ein Projekt entstehen zu lassen, so dass die Ergebnisse des betreffenden Projektes direkt dazu verwendet werden, die konkreten Fragen der operativen Hundeteams zu beantworten.

Alle Projekte verfolgen das Ziel, ein akzeptables Qualitätsniveau zu erreichen und aufrechtzuerhalten und die Verlässlichkeit der spezialisierten Hundeunterstützung zu bewahren und zu steigern.

Internationale Zusammenarbeit

Die Hundeunterstützungsdirektion pflegt enge Beziehungen zu den verschiedenen Staaten, darunter den Niederlanden, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Polen, … Dies ermöglicht den Austausch von Erfahrungen und Informationen, die Analyse neuer Trainingstechniken und -methoden, sowie die Beurteilung und Einschätzung unterschiedlicher Hundespezialisierungen.

Diese Zusammenarbeit verfolgt in erster Linie den Zweck, den Einsatz der spezialisierten Hundeunterstützungsteams noch besser abzustimmen auf die konkreten Anträge der Gerichtsbehörden sowie der Dienststellen der lokalen und der föderalen Polizei. Schließlich kommt diese Zusammenarbeit auch der Qualität der spezialisierten Hundeteams zugute.